Was ist das RSI-Syndrom und was kann man dagegen tun?

Was ist das Repetitive-Strain-Injury-Syndrom (RSI-Syndrom)?

Der Begriff „Repetitive-Strain-Injury-Syndrom“ bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine ganze Reihe verschiedener Ermüdungserscheinungen, chronischer Schmerzen und ähnlicher Symptome, welche durch ständige Wiederholung einer monotonen Tätigkeit entstehen können.
Die Beschwerden treten dabei hauptsächlich in den Armen, Schultern und im Nacken auf, was über längere Zeiträume zu ernsthaften körperlichen Beeinträchtigungen und einem Verlust von Lebensqualität führen kann. Ein steifer Nacken, Kribbeln in den Händen und Armen, verbunden mit Kraftlosigkeit und Einschränkung des Bewegungsradius sind nur einige der auftretenden Symptome des RSI Syndrom.

Wie entsteht das RSI-Syndrom und wen betrifft es?

Die häufigsten Ursachen des RSI Syndrom sind biomechanischer Natur, das bedeutet, dass diese durch stereotype, ständig wiederholte Bewegungen eines bestimmten Körperteils entstehen. Mikroskopische Verletzungen, Traumata und der Verschleiß von Gelenken und Sehnen werden durch viel zu kurze oder nicht vorhandene Regenarationsperioden akkumuliert und führen dadurch über kurz oder lang zu Beschwerden. Dabei darf das RSI Syndrom nicht mit einer Sehnenscheidenentzündung oder einem Tennisarm verwechselt werden, welche häufig nur eine Entzündung des Ellbogens darstellen.
Im Vergleich zu anderen Symptomen, welche häufig durch schwere, körperliche Arbeit entstehen, betrifft das RSI Syndrom vor allem Berufsgruppen, die einer Tätigkeit am Bildschirm nachgehen.
Arbeit am Computer erfordert die teilweise tausendfache Wiederholung bestimmter Bewegungen, wie Tippen und das Bewegen und Klicken der Maus, was größtenteils im Sitzen geschieht und wo sich keine Möglichkeit zum körperlichen Ausgleich bietet. Büroangestellte, Schriftsteller, Computerspieler oder jeder, der generell viel Zeit am Rechner verbringt läuft Gefahr, ernsthafte Schäden davonzutragen.
Dass dieses Problem bei Weitem ein größeres ist, als von vielen (zumindest deutschen) Ärzten angenommen wird, zeigt eine Studie aus den USA, die bereits 1996 (!) feststellte, dass RSI die US-amerikanischen Arbeitgeber jedes Jahr mehr als 120 Milliarden Dollar kostete. Dass diese Zahl mittlerweile deutlich höher ist, sollte jedem klar sein.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Ähnlich zahlreich wie die verschiedenen Ursachen, sind auch die Ansätze zur Behandlung und Heilung des RSI Syndroms. Eine medikamentöse Therapie wird bei den meisten Patienten zwar unterstützend eingesetzt, führt aber alleine selten zum Erfolg. Im Zweifelsfall kann eine Falschbehandlung mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac das Syndrom sogar verschlimmern, da durch eine künstlich erzeugte, vorübergehende Schmerzfreiheit die nötigen Änderungen in der Haltung nicht vorgenommen werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass durch langfristigen Einsatz passender Mittel keine Besserung der Symptome eintreten würde.
Neben medikamentösen Lösungen, bieten sich vor allem physiotherapeutische Ansätze zu Behandlung an, da solche langfristig Haltungsschäden vorbeugen können und somit das Risiko minimieren, dass ein RSI Syndrom erneut auftritt.

Wie kann man sich vor dem RSI Syndrom schützen?

Besonders die häufige Benutzung der Maus kann bei manchen Leuten zu chronischen Beschwerden im Handgelenk und in der Schulter führen, da man sich durch die nach oben abgeknickte Hand in eine unnatürliche Haltung begibt, die zwangsläufig Schmerzen verursacht. Eine ergonomische Maus kann dabei helfen, diesem Problem vorzubeugen. Ergonomische Mäuse unterscheiden sich in ihrer Form deutlich vom üblichen Design, wodurch sich viele der ständig wiederholten Bewegungen in einer natürlicheren Haltung ausführen lassen. Auffallend bei vielen ergonomischen Mäusen ist besonders die vertikale Form, welche es erlaubt, den Unterarm flach auf dem Schreibtisch aufliegen zu lassen und diesen somit zu entlasten. Dadurch entspannt sich auch der obere Schulterbereich und einer Fehlhaltung wird vorgebeugt.
Durch einen ergonomisch angepassten Arbeitsplatz lassen sich bereits im Vorfeld eventuelle Probleme verhindern und eine ergonomisch optimierte Maus kann einen Großteil dazu beitragen.

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5 Kommentare zu “Was ist das RSI-Syndrom und was kann man dagegen tun?
  1. Mario sagt:

    Hallo,

    Dankeschön für den informativen Artikel. Finde es toll das ihr euch dem Thema annehmen tut. Weiter so und viel Erfolg mit der Webseite.

    Liebe Grüße aus Bruchsal,
    Mario

  2. Webma. sagt:

    Kann eine ergon. Maus eine bereits vorhandene RSI Erkrankung zurückgehen lassen?

  3. David sagt:

    Auf jeden Fall. Das ist ja der Hauptgrund warum sich viele RSI Betroffene für eine ergonomische Maus entscheiden und sich infolgedessen die Symptome schnell verbessern.

  4. Ute sagt:

    Ich finde Euren Bericht sehr gut – vor allem, dass dieses Thema ernst genommen wird!
    Meine erweiterte Frage:
    aufgrund einer Brustkrebs-OP funktioniert mein Lymphfluss (rechts) schlecht. d.h. ich trage einen Kompressionsstrumpf und Handschuh. Dies führt zu verschiedenen Beeinträchtigungen. Ich sitze überwiegend an Tastatur und Maus. Gibt es hierzu auch eine Empfehlung?

    • Admin sagt:

      Hallo Ute, schön das du die Informationen hilfreich findest. Deine spezielle Frage kann ich leider nicht beantworten und empfehle dir, dass mit einem Arzt zu besprechen.

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