Mausarm kann Berufskrankheit sein

Wer jemals eine Sehnenscheidenentzündung hatte, weiß wie schmerzhaft und vor allem langwierige diese Erkrankung sein kann. Vor 30 Jahren schrieben Frauen noch auf elektrischen Schreibmaschinen, die eine spezielle Handhaltung notwendig machten und aufgrund dessen bereits zu dieser Zeit eine Sehnenscheidenentzündung häufig ein Grund für eine Krankschreibung war. Heute, im Zeitalter des Computers, ist die Erkrankung geblieben, doch mit einer anderen Ursache – die stetige Arbeit mit der Computermaus.

Die dauerhafte Beanspruchung am Arbeitsplatz kann zur Erkrankung führen

Die für die Muskeln und Sehnen monotone Arbeit führt zu einer Überbeanspruchung der Sehnen, die in der Folge temporär eine Bewegung der Hand erschweren oder gar unmöglich machen. Eine Sehnenscheidenentzündung muss vollständig ausgeheilt sein, bevor die Arbeit am Computer wieder beginnt. Oftmals müssen die betroffenen Sehnen für zwei Monate komplett ruhig gestellt werden und dürfen nicht belastet werden. Eine Situation, die für Arbeitgeber aber auch für Angestellte eine unhaltbare Situation darstellt. Doch die einseitige Handhaltung und Bewegungen können weder ausgetauscht noch in irgendeiner Weise ersetzt werden. Daher ist der Schutz von Arbeitnehmern in diesem Bereich unerlässlich. Nicht zuletzt ist eine offizielle Anerkennung als Berufskrankheit die Basis zur Zahlung der Versicherten, die sich insbesondere mit einer möglichen Berufsunfähigkeit finanziell absichern wollen.

Der Schutz der Angestellten durch eine revolutionäre Entscheidung der Gerichte

Wenn ein Angestellter aufgrund seiner dauerhaften Arbeit am Computer lang anhaltend erkrankt oder die Sehnenscheidenentzündung in einen chronischen Zustand wechselt, wird die berufsbedingte Erkrankung von den Gerichten nun endlich zu einer Berufskrankheit anerkannt. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen. Arbeitnehmer haben nun Anspruch auf Fürsorgeleistungen ihrer Versicherungen. Damit sind Angestellte nicht mehr schutzlos ihrer Situation ausgeliefert. Denn bei vielen Arbeitsausfällen aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung kann am Ende der Kette auch der Verlust des Arbeitsplatzes ausstehen. Insofern ist es eine Frage der Zeit, dass der „Mausarm“, wie die schmerzhafte Erkrankung der Handgelenke auch genannt wird, nicht nur in Einzelfällen, sondern generell als Berufskrankheit anerkannt wird.

Bevor aus der Arbeit am Computer eine chronische Sehnenscheidenentzündung oder Haltungsfehler entstehen, sollte man sich professionelle Hilfe von einem Physiotherapeuten oder einem Orthopäden holen. Diese können zum Beispiel durch bestimmte Dehnübungen oder beispielsweise eine ergonomische Maus Abhilfe schaffen und dem Patienten zu einer schmerzfreien Arbeit am Computer verhelfen.

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